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Das richtige Profilbild für mehr Kontakte! – Das perfekte Profilfoto?

Foto-Platzhalter wirken sicher nicht anziehend - Welches ist aber das richtige Profilbild?
Bild 1: Foto-Platzhalter wirken sicher nicht anziehend - Welches ist aber das richtige Profilbild?

Wer sich auf einer Flirtseite, in einer Singlebörse oder auch in einem Sozialen Netzwerk wie Facebook und meinVZ anmeldet, stellt nicht selten die folgenden berechtigten Fragen: "Wie sollte das Profilbild aussehen? Welches ist das richtige Profilbild? Gibt es gar ein perfektes Profilfoto?". Das Profilbild dient nicht nur als Aushängeschild für das Profil und soll am besten bei dem Betrachter Sympathie erwecken. Oftmals ist der Wunsch hinter der Wahl des geeigneten Profilbilds auch darin gelegen mehr Nachrichten, mehr Kontakte, mehr Flirts und letztendlich mehr reale Dates zu erhalten. Dieses gilt gerade auch auf Flirtseiten. Denn ein Foto sagt oft mehr als 1.000 Worte.

Mit genau dieser Frage haben sich jüngst (Anfang 2010) die Macher von OkCupid.com auseinandergesetzt. OkCupid.com ist eine der größten Online-Dating Webseiten in den USA. Ihr Erfolg ist unter anderem darin begründet, dass die Datingseite nicht nur komplett kostenlos ist, sondern auch über ein besonders "geniales und spielerisches" Matching-System verfügt. Durch bestimmte Fragen, Tests und Interaktionen werden die passenden Partner ermittelt. In einer ausführlichen Analyse von über 7.000 Profilbildern beider Geschlechter wurden bestimmte Fragestellungen mathematisch auf deren Wahrheitsgehalt untersucht. Die vier Gründer der Datingseite müssen es wissen, denn sie sind nicht nur Betreiber einer großen Kuppelseite, sondern haben auch Mathematik studiert. Die Ergebnisse sind zum Teil überraschend.

Da der Beitrag in englischer Sprache ist, aber genau diese Frage nach dem Profilfoto auch viele User hierzulande interessiert und gerade auch in der Community 7 als Hilfe dienen kann, werden im Folgenden die wichtigsten Punkte und Faktoren näher dargestellt. Es dürfte klar sein, dass die Analyse bzw. die Ergebnisse nicht 1:1 auf Deutschland übertragen werden können. Dagegen sprechen die kulturellen, gesellschaftlichen und sozialen Unterschiede, die sich auch teilweise beim Kennenlernen zeigen. Dennoch sollte jedem spätestens nach "Sex and the City" und "The King of Queens" klar sein, dass die Fragestellungen und "Probleme" in westlichen Gesellschaften letztendlich doch nicht so weit auseinanderliegen.

Die Analyse

Ausgangspunkt der Analyse bei OKCupid.com ist die Einteilung der über 7.000 Profilbilder von Frauen und Männern nach drei Gesichtspunkten:

1) Gesichtsausdruck: Lächelt die Person. Schaut die Person direkt in die Kamera. Flirtet die Person mit der Kamera bzw. dem Betrachter.

2) Gegebenheiten (Kontext) der Fotoaufnahme: Ist Alkohol im Spiel. Handelt es sich um eine Außenaufnahme. Ist eine andere Person oder ein Tier mit auf dem Bild. Ist die Aufnahme im Schlafzimmer enstanden.

3) Freizügigkeit: Wie viel Haut zeigt die Person. Wie viel Gesicht ist zu sehen. Wie viel Ausschnitt bzw. Dekollete offerieren Frauen und wie viel Muskeln bzw. Waschbrettbauch präsentieren die Männer.

Nach der mühevollen Einteilung der über 7.000 Profilfotos und der Aufbereitung der Daten, wurden insbesondere vier Fragestellungen untersucht:

1) "Sollte das Profilbild immer ein Lächeln zeigen?"

2) "Sollte das Profilbild lieber nicht mit dem Handy oder der Webcam erstellt werden?"

3) "Sollten Männer ihren freien Oberkörper bzw. ihre Muskeln lieber nicht zeigen?" bzw. "Sollten Frauen lieber nicht zu viel Ausschnitt bzw. Busen zeigen?"

4) "Sollte das Gesicht immer gut zu erkennen sein?"

Genau diese Fragen stellen sich vermutlich die meisten User, die vor dem Upload ihres Profilbildes stehen.

Die positive Resonanz auf ein Profilbild wird im Rahmen der Analyse bei Frauen und Männern unterschiedlich gemessen. Das ist wichtig und begründet sich in dem unterschiedlichen Rollenverhalten der beiden Geschlechter beim Kennenlernen. Frauen reagieren in der Regel fast ausschließlich auf eingehende Nachrichten von Männern und werden selbst kaum aktiv. Es wird von den Männern – sowohl online wie auch in der "Offline-Welt" – erwartet, dass diese aktiv werden und den Anfang machen. Die erste Kontaktaufnahme ist somit in der Regel dem Mann vorbehalten.

Aufgrund dessen wird bei Frauen in der Untersuchung der Erfolg des Profilfotos anhand der neuen eingehenden Nachrichten pro Zeitraum (z.B. pro Monat) ermittelt. Das Kriterium wird hier mit "neue Nachrichten" bezeichnet. Dagegen bemisst sich der Erfolg bei Männern anhand der Anzahl der Antworten aufgrund seiner neuen Kontaktversuche pro Zeitraum. Entscheidend ist bei Männern folglich, ob sich aus der ersten Mail eine Gesprächsführung ergibt oder nicht. Hinzugezählt werden ferner die untypischen und eher selteneren Kontaktmails von Frauen an Männer. Als Kriterium für den Erfolg bei Männern wird im Folgenden die Bezeichnung "neue Kontakte" verwendet.

Untersucht wurden nur User im Alter von 18 bis 32 Jahre. Dabei wurden die besonders attraktiven und die besonders unattraktiven Personen anhand von Fotovoting-Ergebnissen ausgefiltert. Damit fallen in die Untersuchung "nur" Bilder der "durchschnittlich aussehenden" Personen. Verfälschungen der Ergebnisse aufgrund des "natürlichen - guten oder schlechten - Aussehens" werden auf diese Weise signifikant verringert. Ferner wurden nur Profile mit einem einzigen Foto herangezogen. Denn bei mehreren Fotos würden sich die Wirkungen und Interdependenzen zwischen den unterschiedlichen Fotos nicht berücksichtigen bzw. nicht ausschließen lassen.

1. Fragestellung: Lächeln ist Trumpf?

Eine erste, allgemeine Feststellung aus der Analyse bestätigt die Intuition. Frauen und Männer haben unterschiedliche Ansätze, wie sie sich im allgemeinen auf den Profilfotos präsentieren. Frauen lächeln zu über 50% mehr als Männer und flirten vier mal häufiger mit der Kamera. Männer sind scheinbar auch bei Fotos am liebsten cool.

Ist nun der Ratschlag immer zu lächeln die beste Strategie? Immerhin signalisiert es Freundlichkeit und erzeugt in der Regel beim Betrachter Sympathie. Für Frauen und Männer ist hier das Ergebnis der Analyse total unterschiedlich.

Frauen erhalten - wenig überraschend - am meisten neue Nachrichten, wenn sie direkt in die Kamera lächeln oder direkt mit ihr (verführerisch) flirten ("Sexy Blick"). Deutlich weniger Nachrichten erzeugen Frauen, wenn sie nicht direkt in die Kamera sehen und dabei nicht lächeln oder von der Kamera abgewandt verführerisch gucken.

Bei Frauen gilt, um mehr neue Nachrichten in Abhängigkeit von Augenkontakt und Gesichtsausdruck zu erhalten (Top 1 bezeichnet den meisten Erfolg und Flop 1 die geringste Resonanz):

Top 1: Augenkontakt und verführerisch gucken bzw. mit der Kamera flirten

Top 2: Augenkontakt und lächeln

Top 3: Kein Augenkontakt und lächeln

Flop 1: Von der Kamera abgewandt und verführerisch gucken

Flop 2: Von der Kamera abgewandt und nicht lächeln

Flop 3: Augenkontakt und nicht lächeln

Erzeugt bei Männern die meisten neuen Kontakte in Abhängigkeit von Augenkontakt und Gesichtsausdruck - Der abgewandte Blick ohne Lächeln
Bild 2: Erzeugt bei Männern die meisten neuen Kontakte in Abhängigkeit von Augenkontakt und Gesichtsausdruck - Der abgewandte Blick ohne Lächeln

Bei Männern wirken überraschender Weise Fotos bei denen sie wegschauen und nicht lächeln am besten. Vielleicht liegt es an dem mysteriösen Element in dem Gesichtsausdruck? Dem nachdenklichem? Dem träumerischen? All das kann so ein Bild zum Ausdruck bringen. Vielleicht sehen Männer sonst auch zu nett aus und "nette Männer" sind nicht immer gefragt. Aber Vorsicht, denn Männer erhalten am wenigsten neue Kontakte, wenn sie nicht in die Kamera schauen und dabei versuchen einen "sexy Gesichtsausdruck" zu haben. Dagegen initiieren sie am zweitmeisten neue Kontakte, wenn ihr Blick zwar wiederum von der Kamera abgewandt ist, aber sie dieses Mal lächeln. Also Männer aufgepasst, es könnte ein Ritt auf der Rasierklinge sein.

Bei Männern gilt, um mehr neue Kontakte in Abhängigkeit von Augenkontakt und Gesichtsausdruck zu erhalten (Top 1 am meisten, Flop 1 am wenigsten):

Top 1: Kein Augenkontakt bzw. von der Kamera abgewandt und nicht lächeln

Top 2: Kein Augenkontakt und lächeln

Top 3: Augenkontakt und lächeln oder "sexy gucken"

Flop 1: Kein Augenkontakt und "sexy gucken"

Flop 2: Augenkontakt und nicht lächeln

2. Fragestellung: Handy-/Webcam-Aufnahme oder besser "normale" Fotos?

Das Ergebnis ist wiederum eine kleine Überraschung und für beide Geschlechter gleich. Handy- oder Webcam-Aufnahmen sind keineswegs erfolgloser als qualitativ hochwertigere Bilder. Vielmehr sind diese Art von Profilbildern sogar etwas erfolgreicher als die "normalen" Fotos. Über die Gründe lässt sich nur spekulieren. Vermutet wird in der Analyse, dass die schlechtere Bildqualität durch die besondere Atmosphäre einer Handy- oder Webcam-Aufnahme überkompensiert wird. Immerhin wirken derartige Fotos nicht selten realer und intimer.

Erzeugt bei Frauen die meisten neuen Nachrichten in Abhängigkeit vom Kontext der Aufnahme - Der Myspace-Schnappschuss
Bild 3: Erzeugt bei Frauen die meisten neuen Nachrichten in Abhängigkeit vom Kontext der Aufnahme - Der Myspace-Schnappschuss

In Bezug auf die Gegebenheiten (Kontext) bei der Fotoaufnahme gilt bei Frauen eine entscheidende Besonderheit. Sogenannte "MySpace-Schnappschüsse" – selbstgeschossene Fotos mit dem Handy an der ausgestreckten Hand und mit einem schüchternen bis neckischen Blick – sind die mit Abstand erfolgreichsten Fotos in Bezug auf den Kontext der Fotoaufnahme. Weit abgeschlagen auf den weiteren beiden Plätzen folgen Fotos im Bett bzw. auf dem Bett und Außenaufnahmen. Dieses gilt aber nur für den Erfolg in Bezug auf neue Nachrichten und relativiert sich, wenn es um den weiterführenden Aufbau einer Gesprächsführung geht (dazu später mehr weiter unten).

Bei Frauen gilt, um mehr neue Nachrichten in Abhängigkeit vom Kontext der Aufnahme zu erhalten:

Top 1: "MySpace-Schnappschuss"

Top 2: Aufnahme im bzw. auf dem Bett

Top 3: Außenaufnahme

Flop 1: Bild zusammen mit einem Tier

Flop 2: Beim Verzehr von Alkohol

Flop 3: Eine interessante Tätigkeit ausführen

3. Fragestellung: Sexy sells? Muskeln zeigen bzw. tiefe Einblicke zulassen?

Ohne Kopf und mit durchtrainiertem Körper bzw. Waschbrettbauch erzeugt bei Männern besonders viele neue Kontakte
Bild 4: Ohne Kopf und mit durchtrainiertem Körper bzw. Waschbrettbauch erzeugt bei Männern besonders viele neue Kontakte

Für Männer herrscht ein Klischee in Bezug auf Fotos. Fotoaufnahmen mit freiem Oberkörper bzw. Fotos die speziell einen durchtrainierten Körper und/oder Waschbrettbauch zur Schau stellen, sind eher "armselig" und was für "Angeber". Das Ergebnis der Analyse ist etwas überraschend und spricht Gegenteiliges. Dabei wird aber richtigerweise angemerkt, dass hier vorher ein Selbst-Selektionsprozess stattfindet. Denn in der Regel zeigen sehr häufig nur diejenigen Männer ihren Körper, die besonders gut trainiert sind und deren Körperbau besonders ansprechend ist. Die besten Körper bekommen einfach die meisten Nachrichten. Das Auge isst mit, wenn wir alle ehrlich zu uns sind und somit ist das Ergebnis eigentlich gar nicht verwunderlich.

Männer sollten sich also doch eher (mal) frei machen, wenn sie über einen ansprechenden Körperbau verfügen und mehr Kontakte zu Frauen aufbauen wollen. Gerade in einer Flirt- oder Single-Community ist das ja eigentlich der Sinne der Sache. Alternativ führen aber Fotos zusammen mit einem Tier zu geringfügig mehr neuen Kontakten und Aufnahmen bei einer interessanten Tätigkeit zu etwas weniger neuen Kontakten als sexy Männer-Fotos. Der durchtrainierte Körper und ein Oberkörper-Foto müssen also nicht sein, um Erfolg zu haben. Es ist aber alles andere als hinderlich, so wie es sich vielleicht viele eher gewünscht hätten.

Bei Männern gilt, um mehr Kontakte in Abhängigkeit vom Kontext der Aufnahme zu erhalten:

Ein Foto zusammen mit einem Tier führt bei Männern mit leichtem Abstand zu den meisten neuen Kontakten
Bild 5: Ein Foto zusammen mit einem Tier führt bei Männern mit leichtem Abstand zu den meisten neuen Kontakten

Top 1: Bild zusammen mit einem Tier

Top 2: Foto mit durchtrainiertem Oberkörper bzw. Waschbrettbauch

Top 3: Aufnahme bei einer interessanten Tätigkeit

Flop 1: Urlaubsfotos

Flop 2: Bilder beim Alkohol trinken

Flop 3: Außenaufnahmen

Auf eine mögliche Einschränkung bei sexy Männer-Fotos weisen die Autoren der Analyse allerdings hin. Je älter der Mann desto geringer ist der Vorteil eines Fotos mit einem guten nackten Körper. Denn der Erfolg eines solchen Bildes nähert sich dem Erfolg der übrigen Fotos ohne nackte Haut an. Es wird vermutet, dass entweder die Muskeln von älteren Männern von Natur aus nicht mehr so anziehend wirken oder dass Frauen bei älteren Männern andere Prioritäten stärker setzen.

Kaum überraschend, ein sexy Ausschnitt hat viel Erfolg bei Männern und erzeugt besonders viele neue Nachrichten
Bild 6: Kaum überraschend, ein sexy Ausschnitt hat viel Erfolg bei Männern und erzeugt besonders viele neue Nachrichten

In diesem Zusammengang ist die Frage nach dem Erfolg von Fotos mit viel Ausschnitt bzw. Dekollete bei Frauen von Interesse. Diese Art der Präsentation ist quasi das Gegenstück zum freien Oberkörper und dem Waschbrettbauch beim Mann. Wie bei Männern ist hier das Ergebnis gleich und eindeutig. Sexy Sells! Mehr Haut bzw. mehr Brust bedeuten rund 50% mehr neue Nachrichten als bei einem durchschnittlichen Bild. Aber im Gegensatz zu den Männern, verschwindet der Vorteil von solchen sexy Fotos nicht mit dem Alter, sondern steigt sogar leicht an.

Dieser (weiterhin positive) Trend bei Frauen ist auf den ersten Blick vielleicht verwunderlich. Auf den zweiten Blick ist das Ergebnis aber eher logisch. Nämlich mit dem steigendem Alter zeigen sich Frauen – wie man vermuten würde und eine weitere Analyse in dem ursprünglichen Beitrag auch zeigt – deutlich weniger in sexuell anziehender Weise. Der Wendepunkt liegt hier bei rund 25 Jahren. Da Männer wahrscheinlich trotzdem weiterhin auf die weiblichen Reize reagieren, sind ältere Frauen die sich sexy zeigen deutlich gefragter. Dieses ergibt sich allein aus der Tatsache, dass die sexy Fotoaufnahmen mit dem Alter abnehmen und damit relativ weniger vertreten sind.

Erzeugt bei Frauen nicht die meisten neuen Nachrichten, aber die meisten neuen Gespräche - Aufnahme bei einer interessanten Tätigkeit
Bild 7: Erzeugt bei Frauen nicht die meisten neuen Nachrichten, aber die meisten neuen Gespräche - Aufnahme bei einer interessanten Tätigkeit

Die ganze Fragestellung um sexy Fotos und viel Brust nimmt aber eine totale Wendung, wenn der Erfolg nicht in neuen Nachrichten gemessen wird, sondern durch den Aufbau von soliden Gesprächen (Mailaustausch) ermittelt wird. Wir erinnern uns, dass der MySpace-Schnappschuß und die sexy Fotos bei Frauen am meisten neue Nachrichten erzeugen. Dagegen ist für eine solide Kommunikation eine völlig andere Strategie bei Frauen zu empfehlen. Denn sexy Fotos und Fotos im MySpace-Stil führen zu deutlich weniger soliden Gesprächen als Fotos, die Frauen bei einer interessanten Tätigkeit zeigen. Es folgen Fotos zusammen mit einem Tier und Urlaubsfotos.

Bei Frauen gilt, um mehr solide Gespräche in Abhängigkeit vom Kontext der Aufnahme zu erhalten:

Top 1: Aufnahme bei einer interessanten Tätigkeit (beispielsweise beim Gitarre spielen)

Top 2: Foto zusammen mit einem Tier

Top 3: Urlaubsbild

Flop 1: Foto beim Alkohol trinken

Flop 2: Foto beim Spaß haben mit Freunden

Flog 3: MySpace-Schnappschuß gefolgt vom Dekollete-Foto

4. Fragestellung: Das Gesicht ist immer gefragt?

Eine unumstößliche Regel, so dachten auch die Verfasser der Analyse, läge darin, dass mindestens das Gesicht einer Person auf dem Profilbild zu sehen sein muss, um einen positiven bzw. überdurchschnittlichen Effekt zu erzeugen. Wir erinnern uns, es geht bei der Analyse nur um Profile mit einem einzigen Foto. Das Ergebnis ist eine weitere Überraschung. Bilder ohne erkennbares Gesicht können positiv sein bzw. die gleiche Resonanz haben, wenn das Nichterkennensein durch etwas ungewöhnliches, besonders (sexuell) aufreizendes oder mysteriöses (über)kompensiert werden kann. Ein derartig "besonderes Foto" auf dem der User nicht zu erkennen ist, kann ebenfalls dazu führen, dass der betreffende User überdurchschnittlich gefragt ist. Die Neugier und die Fantasie ist hier wahrscheinlich die treibende Kraft.

Kein Gesicht und kann trotzdem ein erfolgreiches Profilfoto sein - Besonders erotische Aufnahme
Bild 9: Kein Gesicht und kann trotzdem ein erfolgreiches Profilfoto sein - Besonders erotische Aufnahme
Kein Gesicht und kann ebenfalls erfolgsversprechend sein - Besondere Umgebung und Atmosphäre des Bildes
Bild 8: Kein Gesicht und kann ebenfalls erfolgsversprechend sein - Besondere Umgebung und Atmosphäre des Bildes

Empfehlung

Empfehlung für Frauen: Wer viele neue Nachrichten erhalten möchte und sich (damit) über besonders viel Bestätigung erfreuen will, der sollte viel Brust bzw. Dekollete zeigen und zugleich am besten noch verführerisch mit der Kamera bzw. dem Betrachter flirten (siehe Bild 6). Das ist nichts Verwerfliches, aber Frau sollte sich deren Wirkung im klaren sein. Alternativ scheint der Myspace-Schnappschuss eine gute Wahl zu sein (siehe Bild 3). Wer dagegen mit weit weniger neuen Nachrichten leben kann und dafür die meisten soliden Gespräche erzeugen möchte, der fährt mit einer Aufnahme bei einer interessanten Tätigkeit (siehe Bild 7) oder zusammen mit einem Tier am besten.

Empfehlung für Männer: Am vielversprechendsten für neue Kontakte scheinen drei Möglichkeiten zu sein. A) Der abgewandte Blick ohne Lächeln, aber mit einem etwas mysteriösen, nachdenklichen oder verträumten Element im Ausdruck (siehe Bild 2). B) Der durchtrainierte Körper bzw. Waschbrettbauch. Ohne Gesicht ist hier bereits ausreichend für einen positiven Effekt. In Kombination mit einem abgewandten Blick und ohne Lächeln ist vielleicht eine noch bessere Erfolgsquote möglich?! C) Für alle, die keinen durchtrainierten Körper ihr Eigen nennen können oder damit erst gar nicht punkten wollen, ist die Aufnahme mit einem Tier (siehe Bild 5) oder bei einer besonderen Tätigkeit mindestens genauso erfolgsversprechend und sicher nicht ganz so "oberflächlich". Auf der anderen Seite isst das Auge immer mit, auch bei Frauen. Ein äußerst gepflegtes Erscheinungsbild und ein besonders modischer Stil erhöhen zudem stets die Chancen bei Frauen.

Die Analyse konnte (zwangsläufig) nur Profile berücksichtigen, die ein einziges Bild hatten. Eine weitere berechtigte Frage wäre natürlich, ob durch die Kombination von unterschiedlichen erfolgreichen Foto-Strategien der Erfolg letztendlich noch erhöht werden kann. Beispielsweise bei Frauen ein sexy Profil/-Hauptfoto und drei weitere erfolgsversprechende Fotos (im Fotoalbum): Aufnahme bei einer interessanten Tätigkeit, Aufnahme mit einem Tier und ein Myspace-Schnappschuss. Auf der anderen Seite ist aus meiner rein subjektiven Erfahrung nicht selten der Effekt zu beobachten, dass gerade mehrere Fotos kontraproduktiv sein können, da sie in der Summe schon wieder zu viel über eine Person verraten können. Weitere Erfolgsfaktoren für das Online-Dating finden sich übrigens in dem Beitrag "Die 10 goldenen Regeln beim Online-Dating".

Dankeschön

Zum Schluss möchte ich mich bei den Verfassern der Analyse bedanken. Denn diese Untersuchung der Wirkung von unterschiedlichen Profilbildern hat auf der einen Seite ganz sicher viel Arbeit und Zeit gekostet. Auf der anderen Seite hat sie nicht nur einige Überraschungen zu Tage gefördert, sondern auch viele interessante Fakten und brauchbare Antworten auf die Frage nach dem richtigen oder gar perfekten Profilbild hervorgebracht.

Bildnachweise für diesen Beitrag:

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